Armee

Neben der Darstellung von Soldaten aus dem Unabhängigkeitskrieg, dem Amerikanisch-Mexikanischen Krieg und dem Spanisch-Amerikanischen Krieg, hat die Darstellung des Amerikanischen Bürgerkrieges (Sezessionskrieg) die wohl größte Bedeutung.

 

Die Beschäftigung, gerade mit diesem Krieg, bietet Europäern (insbesondere Deutschen) auch die Verknüpfung mit ihrer eigenen Geschichte.

Nach der gescheiterten Deutschen Revolution von 1848/1849 mußten viele Revolutionäre das Land verlassen um den Repressalien zu entgehen. Die meisten zogen es vor nach Amerika auszuwandern.

Diese Einwanderer wurden in Amerika "Forty-Eighters" genannt und setzten sich aufgrund ihrer liberal-demokratischen Gesinnung für die Präsidentschaft Abraham Lincolns und gegen die Sklaverei ein.

Nach dem Ausbruch des Bürgerkrieges 1861 traten viele "Forty-Eighters" in die Dienste der Unionsarmee und bekleideten dort z.T. auch hohe Offiziersposten.

Bekannt sind unter anderen, die Generäle Carl Schurz, Franz Sigel, Peter Joseph Osterhaus, Max Weber, August Willich, Ludwig Blenker, Alexander Schimmelfennig aber auch Friedrich Hecker der zuletzt als Oberst und Gustav Struve welcher als gemeiner Soldat diente.

Carl Schurz war sogar nach dem Krieg von 1869-1875 Senator in Missouri und von 1879-1881 Innenminister der Vereinigten Staaten von Amerika.

Ein Großteil von Einwanderern, darunter sehr viele Deutsche (aber auch Iren, Polen und andere Nationen) verpflichteten sich teils direkt von den Schiffen kommend zur Armee, da die Freiwilligen mit der "sofortigen Naturalisation" (Verleihung der amerikanischen Staatsbürgerschaft; diese war sonst erst nach einer Frist von 14 Jahren zu erhalten) gelockt wurden. Zeitweise bestanden bis zu 30% der Unionsarmee aus Deutschen und in vielen Einheiten wurde deutsch gesprochen.

 

Der Sezessionskrieg war der erste der modernen Kriege, welcher wirklich ein Krieg zwischen Staaten war und somit nicht nur auf den Schlachtfeldern ausgetragen wurde. Die europäischen Kriegsbeobachter, die auf beiden Seiten den Krieg begleiteten konnten aus erster Hand militärische Neuerungen erleben, welche Sie dann bei den nachfolgenden innereuropäischen Auseinandersetzungen anwenden und weiterentwickeln konnten.

 

Unter diesen Neuerungen finden sich unter anderem der Einsatz von Maschinengewehren (Gatling Gun), das erste Kriegsschiff mit Stahlpanzerung (CSS Virginia), das erste Kriegsschiff aus Stahl mit drehbarem Geschützturm (USS Monitor), das erste U-Boot (CSS Hunley), Einsatz von Beobachtungsballons, die ersten Luftabwehrgeschütze, Wasserminen, Torpedos und Landminen mit elektrischer Zündung. Es gab Eisenbahngeschütze, erste Repetiergewehre und Hinterlader, Zielfernrohre, Feldtelegraphen, Stacheldrahtverhaue und Flammenwerfer.

Es gab aber auch ein einheitliches Gesundheitswesen mit Feldlazaretten, Hospitalschiffen, Militärärzte- und Schwesternkorps, die erstmalige Verwendung von Anästhetika in großem Umfang, Feldgeistliche, photographische Dokumentation der Feldzüge und Schlachten und den großangelegten Transport von Truppen und Versorgungsgütern durch die Eisenbahn.

 

Bei aller Faszination, welcher man bei der Beschäftigung mit diesem Krieg erliegen kann, darf man nicht vergessen, dass er mit ca. 623.000 Toten und ca. 471.000 Verwundeten der blutigste Krieg der amerikanischen Geschichte ist. Allein die Zahl der Toten ist größer, als die Verluste in beiden Weltkriegen, Korea, Vietnam und Irak zusammengerechnet.

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letzte Änderung: 11.09.2017

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